
Das Luisium war schon im 18. Jahrhundert ein Ort reger Lektüren und intensiver Gespräche über Literatur. Seine Bewohnerin und Namensgeberin Luise von Anhalt-Dessau galt als Büchernärrin, die am literarischen Leben ihrer Zeit teilnahm und Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Goethe oder Elisa von der Recke in ihrem Landsitz empfing. Diese Tradition will die Lesereihe Lektüren im Luisium aufgreifen. Namhafte Autorinnen und Autoren machen das Luisium in den Sommermonaten wieder zu einem Ort der Literatur.
Samstag, 04.07.2026, 15:30
André
Schinkel
Der mehrfach preisgekrönte Hallenser Autor ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern zählt zu den wichtigsten und interessantesten Schriftstellern Mitteldeutschlands. In seinen Gedichtbänden Durch Ödland nachts, Karawane des Schlafs oder Bodenkunde weiß er wie kein Zweiter die Kulturlandschaft zwischen Saale, Elbe und Mulde in Literatur ersten Ranges zu bannen. Im Luisium wird er unter anderem aus seinem Gedichtband Mondlabyrinth lesen.
Samstag, 06.06.2026
Ernst
Paul Dörfler
Der mehrfach preisgekrönte Autor und promovierte Ökochemiker gehört zu den Pionieren der ostdeutschen Umweltbewegung. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den EuroNatur-Preis der Stiftung Europäisches Naturerbe. 2019 erschien sein Buch Nestwärme im Hanser-Verlag, 2021 Aufs Land. Er lebt und arbeitet in Steckby. Für die Lesung aus seinem aktuellen Buch Das Liebesleben der Vögel bietet das Luisium mit seinen künstlerischen Vogeldarstellungen und ornithologischem Programm den idealen Rahmen.
Samstag, 09.05.2026
Angela Steidele
Angela Steideles preisgekröntes Werk Aufklärung. Ein Roman beschreibt einerseits eine Epoche, nimmt aber andererseits einen konkreten Lebenslauf in den Blick: Dorothea Bach – Tochter des berühmten Thomaskantors Johann Sebastian – erzählt in ihren fiktiven Erinnerungen von Gottsched und Goethe, von Voltaire und Lessing. Eine historische Erhellung, eine unkonventionelle „Aufklärung“ aus der Sicht eines „hochgelahrten Frauenzimmers“.
Sonntag, 07.09.2025
Daniela
Danz
Die mehrfach international preisgekrönte Autorin, die 2024 die Bamberger Poetik-Professur innehatte, stellt unter anderem ihren jüngst erschienenen Gedichtband Portolan vor. Die 1976 in Eisenach geborene Daniela Danz, die Mitteldeutschland sehr verbunden ist und die Gegend zwischen Elbe und Mulde auch immer wieder in ihren Texten thematisiert, schreibt Lyrik, Romane, Essays und verfasst Übersetzungen und Opernlibretti. Ein zentrales Thema ihres Werkes ist die Wechselwirkung zwischen Natur und Gesellschaft und die Gefährdung und Bedrohung der Natur durch den Menschen. 2019 ist Danz mit dem Preis für Nature Writing ausgezeichnet worden.
Sonntag, 20.07.2025
Thomas
Lackmann
Thomas Lackmann stellt sein Buch Mendelssohns Gärten vor. Der in Dessau geborene jüdische Philosoph Moses Mendelssohn hatte eine besondere Beziehung zur zeitgenössischen Gartenkunst und zu Gärten, die er als Arbeitsort, aber auch zur Erholung, Geselligkeit und zum Gespräch nutzte. Mendelssohn, von seinen Verehrern als der „Jude von Berlin“ gerühmt, führte trotz seiner schwachen Kondition ein aufreibendes Doppelleben zwischen Fabrikkontor und Studierstube. Thomas Lackmann zeigt ihn als Intellektuellen und Geschäftsmann, der sich zur Erholung und für die Diskussion seiner Projekte gern in Arbeits-Lauben und auf den Sommersitzen reicher Mentoren holte, was zum Leben nötig war.
Sonntag, 04.05.2025
Susanne
Tauss, mit musikalischer Begleitung
von Jörg Holzmann
Justus Mösers Das englische Gärtchen gilt als ironisch-heitere Auseinandersetzung mit der Gartenkunst um 1800. Die ausgewiesene Möser-Expertin Susanne Tauss stellt den Text in einer szenischen Lesung mit musikalischer Begleitung vor.